19. April 2007
Meine Meinung zu zanox Pressemitteilung “Google-Übernahme von DoubleClick stärkt zanox Marktposition”
Kategorie:
Advertising Hotspot, Mein Senf, Suchmaschinen-Marketing

Die Zanox AG hat am 17.04.2007 eine Pressemitteilung zum Thema “Google-Übernahme von DoubleClick stärkt zanox Marktposition herausgegeben.

Hieraus zitiert: “(…) Auch wenn die geplante Übernahme von DoubleClick durch Google momentan viel Aufsehen verursacht, geht der Trend im Online-Marketing in eine andere Richtung. Die Zukunft gehört CPA (Cost per Action) und ist als rein erfolgsabhängiges Geschäftsmodell die effizienteste Marketingform. In diesem Bereich hat Google auch nach der Übernahme keinen bedeutsamen Marktanteil. zanox, der weltweite Marktführer für erfolgsbasierten Multichannel-Commerce, sieht sich daher in seiner Einschätzung der Marktentwicklung bestätigt und in seiner Position gestärkt.”

Sehr interessante Aussage, wenn man sich die vielfachen Statistiken ansieht. Ob OVK Report, BITKOM Analyse, Forrester Research Daten, Nielsen // Netratings oder welche auch immer ist das Ergebnis eindeutig: Suchmaschinen-Marketing wächst deutlich schneller als Affiliate Marketing und hat ein wesentlich höheres Volumen. Die CPx Abrechnung ist auch für das Unternehmen, für das ich tätig bin, eine maßgebliche Abrechnungsform und unsere proprietäre Technologie erlaubt es uns effizient für Kunden auf CPx Basis tätig zu sein, das Risiko auf unsere Seite auszulagern und dennoch vernünftige Margen zu erzielen. Nichts desto trotz bieten selbst wir, seit 1998 auf CPx spezialisiert, die Abrechnungsformen TKP (CPM), CPC und CPC & Cost+ an. Je nach Ausrichtung des Kunden, kann es sein, daß eine CPx Abrechnung überhaupt keinen Sinn macht. Für CPx muß der Kunde ja zumindest eine bewertbare Transaktion haben. Was ist aber mit einem Procter & Gamble, der die Umweltverträglichkeit seiner Waschmittelprodukte aufzeigen will? Hier kann u.U. ein PDF-Download getrackt werden, aber ansonsten geht es hier eher um den Faktor “Time spend on Site” oder Unique Visitors.
Und Marktführerschaft ist leicht erreicht, wenn man das Segment selbst definiert…


“(…) Durch seine Konzentration auf erfolgsabhängiges Online-Marketing im CPA-Modell, seine weltweit führende Technologie sowie seine globale Aufstellung mit über einer Million Vertriebspartner in mehr als 180 Ländern besitzt zanox eine herausragende Marktstellung.”

Die Welt verfügt über 193 Staaten. Eine Marktabdeckung von über 93% der Länder dieser Welt ist eine Sensation. Hier geht der Preis für das einzige globale Unternehmen der Welt ganz klar an zanox… PR heißt Wind machen… aber gleich einen Sturm? Ob 1 Million Vertriebspartner wirklich umsetzbar sind, wage ich ebenfalls anzuzweifeln. Alle Unternehmen dieser Branchen haben Dummy-Accounts um die CPx Entwicklungen auf den Affiliate Platformen dieser Welt zu beobachten und wie viele haben sich angemeldet und nie was umgesetzt… Aufgrund der Gespräche mit Axel Springer und anderen oder des geplanten IPO macht man die Braut hübsch…

“(…) Thomas Hessler, CEO von zanox: „Wenn auch die Relevanz und Effizienz für Advertiser im Online-Marketing deutlich besser geworden sind, so bleibt auch bei Google das bekannte Marketing Dilemma von Henry Ford bestehen, wonach 50% des Werbebudgets hinausgeworfenes Geld sind.”

Auch wenn es so wäre – bei Suchmaschinen-Marketing weiß man zumindest welche 50% das sind… Zumindest wenn man ein Tracking Tool einsetzt… und dann ist es Sache des Dienstleisters oder Kunden die 50% unprofitablen zu eliminieren.

“(…) Die Kunden wissen häufig nicht, wie viel Budget sie einsetzen müssen, um ihre Ziele zu erreichen. Nur zanox bietet hier eine umfassende Planungssicherheit und ermöglicht es, mit dem vorab festgelegten Budget auch exakt die Ziele hinsichtlich Umsatz oder Neukundengewinnung zu erreichen. Nur dieser Ansatz wird der Bezeichnung ‚Performance-based Marketing’ auch gerecht.“

Tolle Sache… zanox kann also garantieren, wieviele Konversionen ich im Monat bekommen kann!?!? Faszinierend!
Sicher kann man Budget, CPx etc. festlegen, aber man hat hier idR genau so wenig “Planungssicherheit” wie bei Suchmaschinen-Marketing. Und darüberhinaus: will ein Werbetreibender wirklich am 15. des Monats seine Kampagne stoppen, nur weil sein Budget aufgebraucht wurde? IdR: Nein! Er will so viele Konversionen wie möglich zu einem festgelegtem CPx – hiermit kann ich also nur ein Cash-Flow Cap setzen, um den Controller zu beruhigen, aber grds. heißt es wohl eher volle Fahrt voraus!

“(…) Das hohe Investment ist möglicherweise darin begründet, dass Google seine Expertise im Gebiet Text-basierter CPC (Cost per Click)-Anzeigen mit der Erfahrung von DoubleClick im Bereich CPM (Cost per Mile) Display-Anzeigen ergänzen möchte. Von diesem Geschäftsmodell grenzen wir uns klar ab, da ein entscheidender Faktor fehlt: die Erfolgskontrolle. (…)“

Die Erfolgskontrolle wird sicher nicht durch ein CPx Modell gegeben. Das sichert nur den Preis ab, den ein Werbetreibender für einen Lead, Auftrag etc. bezahlen muß. Hierdurch wird aber weder die Quantität noch die Qualität kontrolliert. Ein halbwegs smarter Werbetreibender wird ein Tracking Tool einsetzen oder zumindest Google Analytics (kostenfrei). Damit hat er zunächst eine Erfolgkontrolle und das über alle Kanäle und alle Preismodelle. Die Analyse und vor allem die Umsetzung aus den Learnings hieraus ist der Schlüssel zum Erfolg im Online-Marketing!

Andere kritische Stimmen auch von my-affiliate-life.at und Gaffling.

 
 
 
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